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Home Soziales Foodwatch warnt vor Klosterkäse

Foodwatch warnt vor Klosterkäse PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 05. Oktober 2011 um 19:51 Uhr

Die Nichtregierungsorganisation (NGO) foodwatch hat erneut ein Lebensmittelprodukt entdeckt, dass für die Gesundheit der Konsumenten von Nachteil sein kann. So hat der französische Käsemulti Bongrani, der u.a. Géramont, Fol Epi und Bresso produziert, ein neues Produkt im Angebot: „Saint Albray Klosterkäse“ mit „essbarer Rinde“. Wissenschaftliche Institutionen raten jedoch vom Verzehr solcher Rinde ab, da gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich sind.


Was macht foodwatch?
Foodwatch hat sich zur Aufgabe gemacht, Lebensmittel dahin zu überprüfen, ob die Herstellerangaben, mit denen oftmals massiv Werbung betrieben wird, auch mit dem tatsächlichen Produkt übereinstimmen oder ob die Hersteller die Verbraucher täuschen. Einige gravierende Konsumententäuschungen konnten durch ihre Arbeit nachgewiesen werden. Dort gezielte Protestkampagnen konnten auch Hersteller zu einer Änderung ihrer Geschäftspolitik gebracht werden.

Staatliche Einrichtungen warnen

Der Konzern Bongrani bietet sein Produkt „Saint Albray Klosterkäse“ mit essbarer Rinde an. Die Rinde wird mit einem großen Werbehinweis auf der Verpackung als essbar ausgewiesen. Staatliche Wissenschaftlicher raten hingegen vom Verzehr solcher Rinde ab, denn sie enthält das Anti-Pilzmittel Natamycin (E235), das in der Medizin z.B. bei Darmpilzinfektionen zum Einsatz kommt. Wer über Lebensmittel kleine Mengen davon aufnimmt, läuft Gefahr, dass sich Resistenzen bilden und die Substanz als Medikament seine Wirkung verliert. Das staatliche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das ebenfalls staatliche Max Rubner-Institut (MRI) sind sich einig: Mit Natamycin behandelte Käserinde sollte keinesfalls mitgegessen werden. Foodwatch konfrontierte den Konzern mit diesem Ergebnis, aber dieser hatte kein Problem damit.

Legal trotz Warnung
Obwohl staatliche Einrichtungen vor dem Verzehr der Rinde warnen, handelt der Konzern trotzdem legal. Denn ausloben, dass die Rinde essbar ist, darf man laut Gesetz. Foodwatch nimmt an, dass der Stoff Natamycin eingesetzt wird, weil dadurch Produktionskosten gespart werden können. Denn durch den Einsatz des Antipilzmittels lässt sich Personal einsparen, welches zuvor den Käse bis zur Reifung pflegte und wendete und so vor Pilzbefall bewahrte.

Marketingstrategie
Obwohl Bongrain Natamycin einsetzt und Personal wegrationalisiert, gibt es sich bewusst traditionell. „Entdecken Sie Saint Albray Klosterkäse, der heute wie damals in aller Ruhe in unseren Käsekellern reift und dabei seinen aromatisch-cremigen Geschmack entfaltet“, heißt es auf der Verpackung. Nicht einmal die goldgelbe Farbe des Käses ist original – da hilft der Konzern mit einem Farbstoff nach. Der angepriesene Klosterkäse entpuppt sich nach den Recherchen von foodwatch als ein ziemlich künstliches Produkt, welches mit einer aufwendigen Marketingstrategie an den Konsumenten gebracht werden soll.

Foodwatch ruft die Konsumenten auf, sich bei dem Konzern zu beschweren und eine Änderung der Herstellungsart und ein Ende der Werbelügen zu fordern. Beschweren kann man sich hier: http://www.abgespeist.de