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| Zeit des Terrors – Der Baader-Meinhof-Komplex |
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| Sonntag, 08. Februar 2009 um 12:35 Uhr |
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Eine Buchverfilmung beurteilen, ohne das Buch gelesen zu, könnte problematisch sein. Aber der Film ist eine eigene Kunstform und hat damit auch einen eigenen Inhalt. Man kann beurteilen, ob ein Film gelungen ist oder nicht, auch wenn man die eigentliche Grundlage nicht kennt. In dem vorliegenden Fall muss man das auch machen, weil der Film „Der Baader-Meinhof Komplex“ für den Schulunterricht angepriesen wird.Der Film, der uns jetzt in den Kinos näher gebracht wird, führt uns ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte vor Augen. Diesmal handelt es sich nicht um das Dritte Reich oder die DDR, sondern um Geschehnisse in der BRD der 60er und 70er Jahre. Der Film soll den Zuschauer nicht nur schockieren, sondern, wie es in den Unterrichtsmaterialien heißt, mit dem Mythos aufräumen, der um der Baader-Meinhof-Gruppe bestanden haben soll. Um die Scheinheiligkeit der scheinbar revolutionären Ziele zu zeigen, wird dem Zuschauer die Brutalität der Morde, die Kaltblütigkeit des Mordens, das äußerst autoritäre Auftreten einiger Gruppenmitglieder und ihre Vorliebe für schnelle und luxoriöse Autos vor Augen geführt.
Etwas viel Wichtigeres bleibt dagegen im Dunkeln: Warum konnte es dazu kommen? Warum griffen junge Leute aus vornehmen Hause zur Waffe, um scheinbare revolutionäre Ziele zu verfolgen? Der Film versucht zwar eine Antwort zu geben, kratzt aber nur ein wenig an der Oberfläche. Die Ermordung des Studenten Benno Ohnesorg durch einen Polizisten oder das Attentat auf Rudi Dutschke durch einen Rechtsextremisten werden als Auslöser präsentiert, können den Übergang Einiger zum Terrorismus kaum erklären.
Erklärlich wird dieses Phänomen nur aus den gesellschaftlichen Zuständen jener Zeit. Faschisten und NS-Menschheitsverbrecher konnten in der BRD ihre unter Hitler begonnene Karriere fortsetzen und in hohe und höchste politische Ämter aufsteigen bzw. wurden direkt in diese übernommen. Professoren, die im Dritten Reich der Rassenlehre einen wissenschaftlichen Anstrich gaben, unterrichteten in der BRD immer noch an Universitäten. Die westdeutsche Gesellschaft hatte noch nicht mit dem Vermächtnis der Nazizeit aufgeräumt und zur selben Zeit unterstützte die deutsche Bundesregierung den us-amerikanischen Kolonialkrieg in Vietnam oder arbeitete mit dem faschistischen Franco-Regime zusammen oder begrüßte den faschistischen Putsch in Chile und die Ermordung des demokratisch gewählten Präsidenten Allende.
In diesem Klima gedieh die studentische Bewegung, voll von Idealen, aber ohne nennenswerten Rückhalt außerhalb der Universitäten, und mit einer anarchistischen Weltanschauung im Gepäck, die sich früher oder später immer entwaffnend auswirkt. Leute, wie der heutige Grünen-Politiker Daniel Cohn-Bendit, feierten den bewaffneten Kampf, indem sie die Lehre des ukrainischen Anarchisten Nestor Machno von der Revolution durch die Gewehrkugel heiligten, ohne dabei zu erwähnen, daß ebendieser Machno eine Geisel der Ukraine war und die Ukrainer froh waren, als diese Anarchistentruppe entwaffnet wurde. Andere empfanden es als einen revolutionären Akt, sich das Gehirn permanent mit Drogen zu benebeln, und wieder andere glaubten, mit sexuellen Ausschweifungen die Welt retten zu können.
Von einem Gemisch solcher Denk- und Handlungsansätze war die Studentenbewegung beherrscht und isolierte sich damit vom Rest der Bevölkerung. Der mangelnde Erfolg dieser Bewegung führte zur Frustration vieler Engagierter, mußten sie doch einsehen, daß das System auf jede ihrer Attacken adäquat reagieren konnte und sie nichts erreicht hatten. Wäre die Bewegung in der Lage gewesen, ihre eigene Entwicklung und ihre eigenen Ziele kritisch zu reflektieren, hätte sie erkennen können, warum sie gescheitert ist. Aber diese Unfähigkeit war es, die die Bewegung auseinander trieb und in diesem Zusammenhang Einige die Rettung im Terrorismus suchen ließ.
Leider versäumt es der Film, dem Zuschauer solche Zusammenhänge mitzuteilen, und setzt lieber auf Effekthascherei. Folge davon ist, daß man tatsächlich Mitleid mit den Opfern der RAF entwickeln kann, was sicherlich ein Ziel, aber trotzdem unangebracht ist. Will man die damalige Zeit verstehen, ist es nicht sinnvoll, sich diesen Film anzusehen oder gar im Schulunterricht zu behandeln. Zum Verständnis trägt er nichts bei, man sollte dann lieber zu einem Buch über diese Zeit greifen.
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Eine Buchverfilmung beurteilen, ohne das Buch gelesen zu, könnte problematisch sein. Aber der Film ist eine eigene Kunstform und hat damit auch einen eigenen Inhalt. Man kann beurteilen, ob ein Film gelungen ist oder nicht, auch wenn man die eigentliche Grundlage nicht kennt. In dem vorliegenden Fall muss man das auch machen, weil der Film „